In Heidelberg gingen gestern und heute wieder viele Schüler*innen, Studierende und weitere Bürger*innen auf die Straße, um für mehr Klimaschutz zu protestieren. 

Und ja, ihr habt ganz richtig gelesen: An einem Donnerstag! Das mag im ersten Moment merkwürdig klingen, macht aber Sinn. Denn seit dem 22. Mai findet in Heidelberg die zweitägige Internationale Klimakonferenz ICCA2019 (International Conference on Climate Action) statt. Dabei treffen sich rund 1 000 Entscheidungsträger*innen aus Städten, Regionen und Staaten aus der ganzen Welt, um mit Wissenschaftler*innen, Fachleuten und Vertreter*innen der Zivilgesellschaft Erfahrungen auszutauschen und praktische Lösungen für Klimaschutz und Klimaanpassung zu diskutieren (zur Konferenz-Website geht’s hier: https://www.icca2019.org/de/).

Die ICCA legt dabei einen besonderen Fokus auf die Städte und Kommunen als Klimaschutzakteure. Warum? 
Laut BMU lebt mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten, die außerdem über 70 Prozent der energiebedingten Treibhausgasemissionen verursachen (https://www.bmu.de/meldung/international-conference-on-climate-action-icca2019/).

Vor diesem Hintergrund war es also nur logisch, dass die Demonstrationen in Heidelberg mal ausnahmsweise nicht am Freitag stattfanden. Und das haben scheinbar auch eine ganze Menge Menschen mitbekommen: Nach Angaben von Fridays for Future Heidelberg waren heute ca. 2 500 Personen an der Demonstration beteiligt. Zwei davon sind unsere Teamenden Max und Jule. 

Wir sind schon gespannt, wie es morgen wird, wenn unter anderem hier in Mannheim der globale Klimastreik zur EU-Wahl stattfindet. Übrigens: Da in Heidelberg ja bereits zweimal in dieser Woche gestreikt wurde, kommen die Heidelberger*innen einfach gemeinsam zur Unterstützung nach Mannheim – konsequenter Weise mit Fahrrad und Bahn. 

Vom 1. bis 3. November 2019 wird in Bochum wieder ein Jugendkongress, kurz JuKo, stattfinden. Die Vorfreude ist riesig, bis dahin gibt es allerdings noch eine Menge zu organisieren. Deshalb haben wir uns von teamGLOBAL vom 5. bis 7. April in Bonn mit den Young European Professionals, der Jugendjury vom Jugenddemokratiepreis und der Bundeszentrale für politische Bildung zum Kick-Off-Event getroffen, um mit der gemeinsamen Planung der Veranstaltung zu beginnen.

Nach der Anreise am Freitagabend und dem gegenseitigen Begrüßen und Kennenlernen beim Abendessen starteten wir auch schon mit einer ersten Erwartungsabfrage: Was wünschen wir uns für das KickOff-Event und den JuKo? Was sind unsere Anforderungen? Wer bringt welche Interessen und Fähigkeiten ins Team mit ein? Unterstützt wurden wir dabei und auch in den darauffolgenden Tagen durch die Moderation vom ehemaligen teamGLOBALer Simon Oesterle.

Die GOLDEN-CIRCLE-Methode half uns, unsere Ziele und Werte für den JuKo zu identifizieren

Am Samstag sollte es dann zunächst darum gehen, dass wir als Gruppe definieren, welches Ziel wir mit dem Veranstalten des JuKos verfolgen. Schnell wurde klar: Wir wollen Jugendliche für Engagement für sich und andere begeistern! Was uns dabei besonders wichtig ist: Dialog & Gemeinschaft; Umweltbewusstsein; Kontroversität; Diversität, Partizipation & Inklusion sowie eine „nachwirkungsvolle“ Planung, sprich: nach dem JuKo soll nicht direkt alles vorbei sein. Danach ging es dann um das Motto für den diesjährigen Jugendkongress. Was genau es letztendlich wurde, bleibt noch ein Geheimnis, allerdings wird das Stichwort „Vernetzung“ eine zentrale Rolle spielen. Nachdem das beschlossen war, ging es dann los mit der konkreten Planung: Arbeitsgruppen wurden gebildet, Ideen gesammelt, Aufgaben zugeteilt und Verantwortlichkeiten geklärt. Und klar: Wer zur Kirschblütenzeit in Bonn ist, lässt sich einen Mittagsspaziergang mit Eiswaffel durch die rosa Gassen nicht entgehen.

Am Sonntag hatten wir nocheinmal Zeit, um in den AGs Fristen festzulegen und Zeitpläne zu erstellen. Nach kurzer und konstruktiver Reflektion des Treffens war es dann auch schon wieder Zeit, die Zimmer zu räumen und nach einem letzten gemeinsamen Essen nach Hause aufzubrechen. Was bleibt, ist die Freude über das gelungene Kick-Off, das tolle Team, die kreativen Ideen und vor allem die Vorfreude auf November, wenn es dann heißt: Bochum, die JuKos kommen! Du bist doch auch dabei, oder?

Interview mit der teamGLOBAL Praktikantin und Fridays for Future – Demonstrantin Mya Michaelis

Globalisierung und Klima – Zwei Themen, die eng miteinander verknüpft sind. Kein Zufall also, dass wir bei teamGLOBAL als Globalisierungsexpert*innen häufig Workshops zum Thema „Energie und Klima“ mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen durchführen.

Derzeit bekommt das Thema durch die Fridays for Future-Bewegung besonders viel mediale Aufmerksamkeit. Seit Monaten demonstrieren bei den wöchentlichen Freitagsdemonstrationen mittlerweile weltweit Jugendliche für mehr Klimaschutz. Eine der Demonstrierenden ist die fünfzehnjährige Münchnerin Mya Michaelis, die derzeit bei uns im Mannheimer teamGLOBAL-Büro ein Praktikum macht. Die Chance haben wir genutzt und ihr einige Fragen zu ihrem Engagement gestellt.

Mya, wo und wie oft bist du denn für Fridays for Future aktiv?
Da ich in München wohne, bin ich dort bei Fridays for Futureaktiv. Wie oft ich ganz genau bei den Demos dabei war, kann ich gerade gar nicht genau sagen. Ich bin allerdings schon seit der ersten Demo in München dabei und seitdem fast jede Woche, außer das eine Mal, als wir freitags unsere Zwischenzeugnisse abholen mussten. Da ließ der Lehrer nicht mit sich reden und die Zeugnisse wollten wir da schon haben.

Du sprichst von „wir“. Wen meinst du damit?
Zwei Freundinnen aus meiner Klasse und mich. Wir gehen meistens zusammen zu den Demos. Andere aus meiner Klasse kommen auch manchmal mit, aber nicht so regelmäßig oder eher bei größeren Events wie dem internationalen Schulstreik am 15. März. Da waren allein in München 10.000 Menschen auf der Straße. In ganz Deutschland waren es sogar um die 300.000.

Wie sieht es denn freitags bei dir aus mit dem zur Schule gehen? Fehlst du da den ganzen Tag?
Nein, eigentlich nicht. Die Versammlung beginnt um 11 Uhr, wir gehen allerdings meistens erst um 11:15 Uhr von der Schule los, sodass wir dann pünktlich um 11:30 Uhr bei der Demo mitlaufen können. Unser Lehrer ist da zum Glück auch ganz cool und unterstützt uns. Für ihn ist es wichtig, dass wir den verpassten Stoff nachholen, was wir dann auch tun. Am 15. März haben wir beispielsweise aber dann doch mal den ganzen Tag gefehlt, weil noch Leute gebraucht wurden, die bei der Orga und dem Aufbau vom Bühnengerüst und so mitanpacken.

Das heißt, du bist auch so richtig bei der Organisation involviert? 
Naja, ich gehe öfters zum Plenum, wo Ideen diskutiert und Dinge organisiert werden. Da versuche ich mitzuarbeiten und mich etwas einzubringen. Zum Beispiel war es in München ein großes Problem genügend über achtzehnjährige Ordnerinnen beziehungsweise Ordner zu finden, die man für so eine angemeldete Demonstration braucht. Sowas bekomme ich dann eben mit, aber ansonsten versuche ich eher Bekannte und Freunde für die Bewegung zu begeistern und dafür zu sorgen, dass die dann vielleicht das nächste Mal auch mit auf die Demo kommen. Und ungeachtet der Demonstrationen kann man ja auch privat Leute dazu motivieren klimafreundlicher zu sein.

Wie würdest du das machen?
Indem ich das Augenmerk der Leute auf solche Dinge wie Plastikverbrauch, Fleischkonsum, Ökostrom, ÖPNV oder Rad statt Auto oder Flugzeug und so weiter lenke. Einfach zu schauen, was jeder von uns bereits im Kleinen tun kann. Ich finde da sind die Demos auch so etwas wie ein Wachrüttler, der dazu führt, dass Menschen sich auch über die Bewegung hinaus mehr Gedanken über ihren Konsum machen, sich dessen bewusster sind und dann hoffentlich auch umdenken und was verändern. Ganz konkret plane ich für meine Schule eine Art Klima-Aktionstag, wofür ich einen Antrag bei der Schulleitung stellen möchte. Mal sehen, ob das klappt!

Das klingt nach einer tollen Idee! Falls der Klima-Aktionstag stattfindet und ihr gerne einen Workshop zum Thema anbieten wollt, kannst du dich natürlich gerne an uns wenden. Aber einmal abgesehen von der Schule, was sagen eigentlich deine Eltern zu deinem Engagement?
Meine Eltern unterstützen mich da total. Und auch meine Großeltern finden das super, mein Opa hat schließlich früher selbst mal Demonstrationen organisiert. Ich kenne allerdings auch Jugendliche, die da nicht so viel Glück haben und deren Eltern nicht wollen, dass sie auf die Demos gehen, vor allem wegen der Schulpflicht. Aber einige gehen dann trotzdem hin.

Was würdest du sagen: Was sind die konkreten Ziele von Fridays for Future
Naja, das alles geht ja im Grunde erst mal auf Greta Thunberg zurück, die angefangen hat vor dem schwedischen Parlament zu protestieren, weil sie wollte, dass Schweden seine Versprechungen hinsichtlich des Pariser Klimaabkommens einhält und sich bemüht die Klimaerwärmung tatsächlich unter zwei Grad Celsius zu halten. Sie demonstriert, weil sie im Grunde sagen möchte: Ich finde das nicht in Ordnung, dass ihr eure Versprechungen nicht einhaltet. Wir haben nur eine Erde, die müssen wir erhalten. Und das ist auch mein Beweggrund.

Es herrscht eine rege Debatte darüber, ob die Fridays for Future– Aktionen während der Schulzeit stattfinden dürfen, schließlich gibt es in Deutschland eine Schulpflicht. Wie ist deine Position dazu und hast Du den Eindruck, dass es Schüler*innen gibt, die die Demo nutzen, um die Schule zu schwänzen?
Also das mit der Schulpflicht ist mittlerweile ein Riesenproblem in München. Bislang wurden zwar relativ wenige Verweise durch Schulen erteilt, allerdings hat wohl eine Schule mit Bußgeldern gedroht aufgrund der Ordnungswidrigkeit. Und bei Geldstrafen würden dann vermutlich eben auch viele Eltern mehr Druck auf ihre Kinder ausüben, damit sie nicht mehr zu den Demos gehen. Ich finde es eigentlich absurd, dass man fürs Demonstrieren bestraft und angefeindet wird, was ja überhaupt nur notwendig ist, weil andere ihre Versprechen nicht einhalten. Und natürlich wäre es schön, wenn die Ziele sogar noch höhergesteckt würden, aber erstmal geht es mir ums Worthalten! Darum, dass endlich jemand ernsthaft etwas tut.

Achja, zum Schwänzen: Klar, es gibt auch immer ein paar Schülerinnen und Schüler, die es vielleicht nicht ganz so ernst nehmen, wie andere. Besonders beim großen internationalen Schulstreik hat man schon gemerkt, dass es für viele auch einfach cool war, bei so einer großen Demo dabei zu sein. Ein paar habe ich direkt nach der Demo zu einer großen Fast-Food-Kette laufen sehn, das finde ich dann auch nicht richtig. Ich frage mich dann, ob die wissen, wie viel Felder Regenwald jede Minute gerodet werden, auch wegen solchen Burgerläden. Aber alles in allem bin ich der festen Überzeugung, dass die allermeisten Menschen freitags zur Demo kommen, weil ihnen das Thema wichtig ist.

Wie wichtig ist Greta Thunberg deiner Meinung nach als Gesicht der Bewegung?
Wie wichtig? Das ist nicht ganz einfach zu beantworten. Auf der einen Seite ist sie sehr wichtig für Fridays for Future. Ich meine, sie ist diejenige, die das alles ins Rollen gebracht hat. Sie hat die Menschen motiviert auf die Straßen zu gehen, hat sich intensiv mit dem Thema beschäftigt und ist so etwas wie das Sprachrohr und das Gesicht der Bewegung. Auf der anderen Seite ist es aber auch wichtig zu sehen, dass wir eine große, sehr unterschiedliche Gruppe sind. Da ist es schon von Bedeutung nicht einzelne zu sehr in den Fokus zu rücken, weil dann leicht der Eindruck entstehen kann, dass es sich um ein kleines Grüppchen von Leuten handelt. Dabei sind wir breit aufgestellt und wollen das auch zeigen, indem wir auch immer wieder versuchen frische, unbekanntere Gesichter zu zeigen. Trotzdem ist es natürlich ganz praktisch, dass es beispielsweise auch in Deutschland Leute wie Luisa und Jakob gibt, die unsere Interessen nach außen vertreten und erklären können. Trotzdem gilt: Wir wollen eine demokratische, keine von einigen wenigen angeleitete Bewegung sein, denn jeder engagiert sich aus seinem eigenen Antrieb.

Was glaubst du: Wie lange werden noch Demos stattfinden?
Die Regierung hofft ja, dass das Ganze mit der Zeit abflacht. Ich habe zurzeit eher das Gefühl, dass die Bewegung durch diese Haltung eher noch an Zulauf gewinnt. Wir knicken nicht ein! Ich selbst werde nach dem Praktikum auch wieder zu den Demos gehen, bis ich dann in drei Monaten ein Auslandsschulhalbjahr mache. Mal sehen, vielleicht kann man sich dort ja auch einbringen! Das fände ich cool.

Wir finden es auf jeden Fall super, dass du gerade noch hier bei uns im teamGlobal-Praktikum bist und Einblick erhältst, wie wir verwandte Themenfelder in der politischen Bildung nachhaltig vermitteln. War das eigentlich auch ein Grund für Dich, das Praktikum bei uns zu machen? 
Auf jeden Fall! Ich finde es super zu sehen, wie man Klima- und Umweltschutz auch in einem völlig anderen Kontext als beispielsweise auf einer Demo thematisieren kann. Es freut mich, dass das mit dem Praktikum so gut geklappt hat und ich die Chance habe, das hier zu machen.

Es freut uns, dass es dir bei uns so gut gefällt, Mya. Danke dir für das Interview!
Gerne, kein Problem!

Pädagogik-Ausbildungsworkshop für siebzehn neue Teamende

Es war mal wieder so weit: Teamer*innen aus ganz Deutschland kamen in Magdeburg, der Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts, zu einem Ausbildungsworkshop (AWS) zusammen, um gemeinsam mehr über Didaktik und Pädagogik zu lernen. Den ersten Tag starten wir abends mit einem Programmpunkt, der jedem und jeder nach einer langen Anreise gefällt: Essen! Eine super Gelegenheit für die vielen neuen Teamenden, um erste Kontakte zu knüpfen und sich auszutauschen. Gestärkt starten wir dann in den ersten inhaltlichen Teil dieses AWS: wir lernen vieles über das Netzwerk von teamGLOBAL, bekommen eine interessante Einführung von Nina Schillings in das Themenfeld der politischen Bildung sowie in die Arbeit der Bundeszentrale für politische Bildung und erproben mit Hilfe der erfahrenen Teamenden erste Methoden im Selbstversuch. In gemütlicher Runde lassen wir den Abend ausklingen und machen ein paar Dates für individuelle Morgenfreizeit und Sport vor dem Frühstück aus. 

Unsere Teamer*innen vor dem Faunbrunnen in der Magdeburger Altstadt.

Ausgeschlafen oder nicht – wir starten voller Energie in den zweiten Tag, der mit vielen tollen Methoden vollgepackt ist. Im Rollenspiel versetzen wir uns in ganz unterschiedliche Lagen hinein, die uns im Workshop-Alltag begegnen können. Später erfahren wir – durch den tollen Input von Carolin Ahlers von Teach First Deutschland – mehr zu den Grundbedürfnissen des Lernens und erkennen die ein oder anderen Parallelen zu unserer eigenen Schul- bzw. Lernzeit. Nach so viel Input dürfen wir uns abends dann selbst an Workshop-Konzeptionen austoben und gelangen zu sehr guten Ergebnissen, die in der anschließenden Diskussion immer ausgereifter werden. 

In den letzten Tag starten wir mit Sonnenschein und bester Laune, um die letzten Stunden energiegefüllt abzuschließen. Im Planspiel wird nochmal analysiert, geknobelt und diskutiert. Inhaltlich schließen wir mit Design Thinking ab und kommen zu spannenden Ideen, wie wir teamGLOBAL noch partizipativer gestalten könnten. Die Ergebnisse werden die nächsten Monate weiterverfolgt und -entwickelt – Stay tuned! Nach einer letzten Stärkung geht’s auf zum Bahnhof. Voller Motivation verstreuen sich unsere Teamenden in alle Himmelsrichtungen und blicken dabei den kommenden Workshops mit viel Freude und Elan entgegen!

Von Luisa Stauder

Anne und ich waren heute in der Friedrich Junge-Schule. Gemeinsam mit den SchülerInnen haben wir uns überlegt, wie man ein nachhaltiges Frühstück gestalten kann. Dabei haben wir uns den Fragen gewidmet.

Nach einem kurzen Kennenlernen, bei dem jede*r sein Lieblingsessen den anderen verraten hat, ging es aktiv weiter mit einem „Tee oder Kaffee“ Spiel. Die SchülerInnen haben sich im Raum positioniert, ob sie lieber „Äpfel oder Bananen“, „McDonalds oder Burgerking“ und „Brot oder Müsli“ mögen. Anschließend durften sie sich bei einer Lesereise, die einen Überblick über Konsum, Nachhaltigkeit und Ernährung geboten hat, wieder zurücklegen. Bei einer Gruppenarbeitsphase widmeten sich die SchülerInnen abwechselnd dem Spiel „Regiospezialist“ und errechneten den ökologischen Fußabdruck einer Packung Erdbeeren im Vergleich zu einem Stück Rindfleisch.

Nach der Pause haben wir vegane Häppchen serviert: Ein Aufstrich aus Tomatenmark, Olivenöl, Zwiebeln und Möhren auf einem Biobrot. Anschließend wurden Ideen zum anstehenden Frühstück in einer Think-Pair-Share-Methode gesammelt und anhand der Fragen: „Wo kann ich einkaufen?“ „Was kann ich einkaufen?“ „Was wird mir schwerfallen?“ vorgestellt. Ideen wie „Weniger Fleisch essen“, „Milchprodukte reduzieren“, „Auf dem Markt einkaufen“, „Einen Beutel mit zum Einkaufen nehmen“, „Biologische Produkte kaufen“ und „Mit dem Fahrrad zum Einkaufen fahren“ kamen zusammen. Zum Abschluss wurden Lose mit Ideen für einen nachhaltigen Konsum verteilt. Mit einem Bazinga haben wir SchülerInnen die laue Sommerluft entlassen.
   

Wie in jedem Jahr hieß es auch 2018 wieder fürs teamGLOBAL Netzwerk:  treffen, reden, diskutieren! Vom 23. bis 24. Juni 2018 war mal wieder Vollversammlungszeit.

 

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Wir stehen nicht nur in Schulen und reden, diskutieren und spielen mit anderen Jugendlichen. Wir spielen und diskutieren auch intern wild. Auf unserem Ausbildungsworkshop im Juni haben wir uns dem Thema Postwachstum genähert.

teamGLOBALer*innen sind zusammengekommen um anhand von Film (En quête de sens von Marc de la Ménardière und Nathanaël Coste), Vorträgen von ehemaligen teamGLOBALer*innen und anderem inhaltlichen Input über Postwachstum als Alternative zu diskutieren. Also über die Idee einer Wirtschaft und letztendlich Gesellschaft, die nicht auf beständiges Wachstum angewiesen ist.

Funktioniert ein „cradle to cradle“-Prinzip in unserer modernen Gesellschaft? Fängt eine Revolution wirklich immer im Inneren an? Oder braucht es überhaupt eine Revolution? Was meint Hartmut Rosa in seinem Vortrag mit apadtiver Stabilisierung? Wie ist das BIP zu bewerten? Und was muss konkret in der Politik verändert werden?

Diese und viel mehr Fragen beschäftigten uns am Samstagmorgen, aber damit nicht genug. Wer über Entschleunigung und über unsere Art von Beziehungen zur Welt (laut Rosa sehr auf Quantität und wenig auf Qualität bedacht) spricht, sollte wohl nicht von einem inhaltlichen Input zum nächsten hetzen. Verschiedene Einheiten zu Selbstreflexion und Achtsamkeit und ein gemeinsamer Spieleabend waren wichtig Teile unseres Programms.

Und nach diesen drei Tagen müssten wir schließlich so viel Interesse an mehr Input gewonnen haben dass wir auch mit anderen Jugendlichen gerne das Thema Postwachstum diskutieren.

Aus ganz Deutschland machen sich an diesem sonnig-fröhlichen Freitag neue und alte TeamerInnen auf den Weg, um in das idyllisch-romantische und verschlafene Kyllburg zu gelangen, das „Herz des Harzes“, wie uns ein Mitreisender im Zug erklärt. Wir reisen durch malerische Landschaften. Ein Anflug leichter Aufregung und Vorfreude begleitet die neuen TeamerInnen, gespannt auf inspirierende Menschen und auf das, was das Wochenende alles mit sich bringen wird.  Im Stundentakt spuckt die RE22 neue Teamende aus, die sich gemeinsam auf zum Tagungshaus machen. Dort angekommen, gibt es zunächst eine Stärkung bei veganem und vegetarischen Abendbrot, gepaart mit neugierigen Gesprächen. Im Mittelpunkt dieses AWs stehen sowohl die Begrüßung der neuen TeamerInnen als auch das Kennenlernen neuer Methoden, womit es gleich nach dem Abendessen losgeht: Eine Lesereise lässt uns träumen und beobachten, ein Bingo-Spiel verrät witzige und hilfreiche Fun-Facts. Wir trainieren mithilfe von Sketches unsere Lachmuskeln und klopfen dabei gleichzeitig Wünsche, Ängste und Erwartungen der Teilnehmenden ab. Anschließend lassen wir den Abend gemeinsam beim „Speed-Dating“ ausklingen: Bei heimeligem Kerzenschein und angeregt von teils philosophischen Fragen begeben wir uns draußen in inspirierende Gespräche.

Der Samstag des AWS‘ beginnt mit Nusskuchen und einer Simulation des Welthandels.

Das World Trade Game ist eine Methode, die SchülerInnen – und heute Neuteamenden – ein emotionales und unmittelbares Verständnis von globalen Handelsbeziehungen vermitteln soll. In Ländern mit verschieden günstigen Ausgangsbedingungen zugeteilt, sehen wir uns vor die Aufgabe gestellt, unser BIP in Form von perfekt ausgeschnittenen Papierformen zu erhöhen. So banal dies vorerst klingen mag, gestaltet sich das Wirtschaften für jene schwer, denen Technologie und Know-How in Form von Schere und Formvorlage fehlen. Die große Klause – der eigentlich seriöse Tagungsraum, in dem wir uns eingefunden haben – wird für drei Stunden zum Austragungsort von diplomatischen Bemühungen, Handelskriegen und Generalstreiks. Im Trubel erhitzter Gemüter und aufwallender Gefühle schaffen es manche Länder schließlich, kooperative Allianzen zu schaffen, während andere dem unaufhaltsamen Staatsbankrott entgegen schlittern. Zuletzt ruft ein abgeschlagenes C1-Land singend die Revolution nicht-monetärer Lebensformen aus, während man sich in A2 nur mühsam seinen Weg durch umherfliegende Papiergeometrie bahnen kann. Die anschließende Reflexion bei Sonnenschein und Vogelgezwitscher stellt die Harmonie zwischen den Nationen wieder her und lässt uns erkennen, wie viele Parallelen sich doch zu den wirtschaftspolitischen Fragen einer globalisierten Wirtschaft ziehen lassen.

Die von unserem Koch, dem Vegan-Mann, wie man ihn in dieser Gegend der Eifel auch nennt, servierten Gnocchis wissen zu begeistern, sind jedoch bloß eine kurze Unterbrechung an diesem Tag voll methodischer Aha!-Momente. Der nächste ist die Szenario- oder auch 4-Achsen-Methode, mit welcher Joel die Gruppe dazu bringt, die Entwicklung aktueller Ressourcenkonflikte bis ins Jahr 2100 weiterzuentwickeln. Das ist teils lustig, teils absurd, teils erschreckend – vor allem jedoch stellt es sich als wertvolles Mittel heraus, um die Bedeutung, die ein heute beobachteter Umstand in der Zukunft haben wird, zu ergründen. Zurück in die Gegenwart reißt es uns dann nach einer Kaffeepause – ob gravierenden Kuchendefizites tatsächlich nicht mehr als eine Kaffeepause – mit einer Einheit über das Selbstverständnis politischer BildnerInnen. Wer bei diesen Worten an die BildhauerInnen der bildenden Kunst denkt mag nicht ganz Unrecht haben, schließlich ist einer Teamenden eine gewisse Einflussnahme auf die SchülerInnen, auf ihre Ansichten und Bewertungen einzuräumen. Aber kann dies unser Ziel sein? Eine Fishbowl-Diskussion später zeigt sich: Politisch bilden bedeutet, denken zu lehren, keine fertig gedachten Ansichten zu liefern oder Bewertungen und trotzdem eine eigene Meinung haben zu dürfen. Dieser Gedanke wird schließlich mit der Vorstellung des Beutelsbacher Konsens‘ abgerundet, seit 1976 Grundsatz der politischen Bildung Deutschlands. So simpel wie wichtig legt er das Überwältigungsverbot, Kontroversität und SchülerInnenorientierung als Leitlinien unserer Arbeit fest. Einmal mehr merken wir wie anspruchsvoll unsere Arbeit ist – umso motivierender scheint daher, dass uns dabei extrem viel Handlungsspielraum und mit ihm auch Vertrauen geboten wird. Auf dieses weitere Aha! folgt erneut eine Portion Gnocchis, ein als Global Village betiteltes Buffet regionaler Kleinigkeiten und ein gemeinsamer Ausklang des Tages der gegen elf, gefühlt halb vier, in den bitter nötigen Tiefschlaf mündet.

 

An der Leuphana Universität wurden vom 28. Februar bis zum 4. März Fragen nach der Freiheit im Rahmen der 10. Konferenzwoche kontrovers diskutiert. Darunter ein Gespräch über den Umgang mit rechtsextremen Parolen, die Frage nach Kapitalismus oder Freiheit und Arbeiten im Konsens Vortrag. Zu Gast waren unter anderem Hartmut Rosa, Kübra Gümüsay und Thomas Fischer. Und mittendrin: teamGLOBAL! Als Teil einer Veranstaltung zum Thema „Nur noch kurz die Welt retten – aber wie?“ durften wir im Rahmen eines Netzwerkcafes jungen Menschen von unserem Engagement berichten. Gemeinsam mit den Ständen NAJU Hamburg, Greenpeace Lüneburg, wandlungs(t)räume und Janun Lüneburg, bauten wir unser TG Infomaterial auf. Nach einem Vortrag über Partizipation von Thomas Hohn von Greenpeace, konnten sich die Studis direkt über Möglichkeiten zu dem Thema an unseren Ständen informieren. Neben Flyern und anderem und Postern hatten wir auch eine Weltkarte im Gepäck, um eine unserer teamGLOBAL-Methoden exemplarisch mit interessierten jungen Menschen durchzuführen: Das Weltverteilungsspiel. Drei Gruppen haben geschätzt, wie Bevölkerung (in Schkoladenmarienkäfer), Reichtum (in Bonbons), CO2 Ausstoß (in Luftballons) und Geflüchtete (in Papierschiffen) auf der Welt verteilt sind. Als Dankeschön für die Teilnahme gab es einen Anteil der Weltbevölkerung, in Schokoladenmarienkäfern.

Wir sind mit interessanten Menschen ins Gespräch gekommen, haben uns ausgetauscht und konnten ein bisschen teamGLOBAL Spirit weitergeben. Liebe Konferenzwochenteam, vielen Dank, dass wir ein Teil dieser spannenden zukunftsweisenden Woche sein durften!

Was ist deine erste Assoziation zu Nachhaltigkeit?

 So lautete die erste „Aufgabe“, die wir den 12.-Klässler*innen der DaVinci-Gesamtschule in Potsdam zur Einführung in das Thema stellten. Ein Ball ging herum und von Begriffen wie „Zukunft“, über„Bewusst einkaufen“ oder „Umwelt“ bis zu „Generation“ war so ziemlich alles dabei.

Hm.  Also, ziemlich komplex dieses Wort, oder?

Es lohnt sich also sich ein bisschen näher damit auseinanderzusetzen ?

In den folgenden eineinhalb Stunden hatten wir Zeit ein Nachhaltigkeitsplanspiel mit den Schüler*innen zu spielen, in dem für verschiedene Aktionskarten Argumente gefunden werden mussten.

Insgesamt gab es vier Gruppen: die Wirtschaft, die Umwelt, die verschiedenen Generationen und eine Jury-Gruppe, die die Argumente der anderen bewerten durfte.

Debattiert wurde über Aktionskarten wie: „Luxusartikel sollten für alle erschwinglich sein“, „Die Wohnsituation muss verbessert  werden und alle sollten ein Dach über dem Kopf haben“ oder „Bioprodukte sollten besser vermarktet werden“.

Der besondere Kniff: Die Gruppen wechselten nach jeder Karte die Rollen, damit alle die Gelegenheit hatten, sich jeweils in die eine oder andere Lage hineinzuversetzen.

Nach kurzen Start-Schwierigkeiten und der erneuten Klärung der Rollen und des besonderen Kniffs und wer wann wem Punkte geben darf, wurde engagiert und aktiv diskutiert.

Am Ende gewann mit ein bisschen Vorsprung die Umwelt-Rolle. Aus der Reflexion ging hervor, dass es für die meisten in dieser Rolle am leichtesten war, Argumente zu finden. In der Wirtschaft fühlte sich alles viel zu weit weg an und es gab mehr Schwierigkeiten sich Argumente zu überlegen, die nicht sofort von der Umwelt-Gruppe entkräftet werden konnten.

Zum Abschluss der sehr kurzen Einheit (die Zeit verfliegt im wahrsten Sinne des Wortes wirklich immer), haben wir es aber noch geschafft, die TOP 10 der Nachhaltigkeits-Praktiken, die die Schüler*innen mit ihrer Lebensrealität vereinbar sahen auf Papier bzw. Whiteboard zu bringen.

Wir bedanken uns bei den 12ern für die aktive Teilnahme am Workshop und wünschen euch jetzt erstmal schöne Osterferien und viel Erfolg beim „TOP 10 Nachhaltigkeitstipps leben und erleben“.

Madeleine und Marga