Konsum und Nachhaltigkeit an der Friedrich Junge-Schule in Großhansdorf

Anne und ich waren heute in der Friedrich Junge-Schule. Gemeinsam mit den SchülerInnen haben wir uns überlegt, wie man ein nachhaltiges Frühstück gestalten kann. Dabei haben wir uns den Fragen gewidmet.

Nach einem kurzen Kennenlernen, bei dem jede*r sein Lieblingsessen den anderen verraten hat, ging es aktiv weiter mit einem „Tee oder Kaffee“ Spiel. Die SchülerInnen haben sich im Raum positioniert, ob sie lieber „Äpfel oder Bananen“, „McDonalds oder Burgerking“ und „Brot oder Müsli“ mögen. Anschließend durften sie sich bei einer Lesereise, die einen Überblick über Konsum, Nachhaltigkeit und Ernährung geboten hat, wieder zurücklegen. Bei einer Gruppenarbeitsphase widmeten sich die SchülerInnen abwechselnd dem Spiel „Regiospezialist“ und errechneten den ökologischen Fußabdruck einer Packung Erdbeeren im Vergleich zu einem Stück Rindfleisch.

Nach der Pause haben wir vegane Häppchen serviert: Ein Aufstrich aus Tomatenmark, Olivenöl, Zwiebeln und Möhren auf einem Biobrot. Anschließend wurden Ideen zum anstehenden Frühstück in einer Think-Pair-Share-Methode gesammelt und anhand der Fragen: „Wo kann ich einkaufen?“ „Was kann ich einkaufen?“ „Was wird mir schwerfallen?“ vorgestellt. Ideen wie „Weniger Fleisch essen“, „Milchprodukte reduzieren“, „Auf dem Markt einkaufen“, „Einen Beutel mit zum Einkaufen nehmen“, „Biologische Produkte kaufen“ und „Mit dem Fahrrad zum Einkaufen fahren“ kamen zusammen. Zum Abschluss wurden Lose mit Ideen für einen nachhaltigen Konsum verteilt. Mit einem Bazinga haben wir SchülerInnen die laue Sommerluft entlassen.
   

Treffen, reden, diskutieren! – teamGLOBAL Vollversammlung 2018

Wie in jedem Jahr hieß es auch 2018 wieder fürs teamGLOBAL Netzwerk:  treffen, reden, diskutieren! Vom 23. bis 24. Juni 2018 war mal wieder Vollversammlungszeit.

 

Weiterlesen

Was wächst da (nicht mehr) ?

Wir stehen nicht nur in Schulen und reden, diskutieren und spielen mit anderen Jugendlichen. Wir spielen und diskutieren auch intern wild. Auf unserem Ausbildungsworkshop im Juni haben wir uns dem Thema Postwachstum genähert.

teamGLOBALer*innen sind zusammengekommen um anhand von Film (En quête de sens von Marc de la Ménardière und Nathanaël Coste), Vorträgen von ehemaligen teamGLOBALer*innen und anderem inhaltlichen Input über Postwachstum als Alternative zu diskutieren. Also über die Idee einer Wirtschaft und letztendlich Gesellschaft, die nicht auf beständiges Wachstum angewiesen ist.

Funktioniert ein „cradle to cradle“-Prinzip in unserer modernen Gesellschaft? Fängt eine Revolution wirklich immer im Inneren an? Oder braucht es überhaupt eine Revolution? Was meint Hartmut Rosa in seinem Vortrag mit apadtiver Stabilisierung? Wie ist das BIP zu bewerten? Und was muss konkret in der Politik verändert werden?

Diese und viel mehr Fragen beschäftigten uns am Samstagmorgen, aber damit nicht genug. Wer über Entschleunigung und über unsere Art von Beziehungen zur Welt (laut Rosa sehr auf Quantität und wenig auf Qualität bedacht) spricht, sollte wohl nicht von einem inhaltlichen Input zum nächsten hetzen. Verschiedene Einheiten zu Selbstreflexion und Achtsamkeit und ein gemeinsamer Spieleabend waren wichtig Teile unseres Programms.

Und nach diesen drei Tagen müssten wir schließlich so viel Interesse an mehr Input gewonnen haben dass wir auch mit anderen Jugendlichen gerne das Thema Postwachstum diskutieren.

AWS im schönen Kyllburg

Aus ganz Deutschland machen sich an diesem sonnig-fröhlichen Freitag neue und alte TeamerInnen auf den Weg, um in das idyllisch-romantische und verschlafene Kyllburg zu gelangen, das „Herz des Harzes“, wie uns ein Mitreisender im Zug erklärt. Wir reisen durch malerische Landschaften. Ein Anflug leichter Aufregung und Vorfreude begleitet die neuen TeamerInnen, gespannt auf inspirierende Menschen und auf das, was das Wochenende alles mit sich bringen wird.  Im Stundentakt spuckt die RE22 neue Teamende aus, die sich gemeinsam auf zum Tagungshaus machen. Dort angekommen, gibt es zunächst eine Stärkung bei veganem und vegetarischen Abendbrot, gepaart mit neugierigen Gesprächen. Im Mittelpunkt dieses AWs stehen sowohl die Begrüßung der neuen TeamerInnen als auch das Kennenlernen neuer Methoden, womit es gleich nach dem Abendessen losgeht: Eine Lesereise lässt uns träumen und beobachten, ein Bingo-Spiel verrät witzige und hilfreiche Fun-Facts. Wir trainieren mithilfe von Sketches unsere Lachmuskeln und klopfen dabei gleichzeitig Wünsche, Ängste und Erwartungen der Teilnehmenden ab. Anschließend lassen wir den Abend gemeinsam beim „Speed-Dating“ ausklingen: Bei heimeligem Kerzenschein und angeregt von teils philosophischen Fragen begeben wir uns draußen in inspirierende Gespräche.

Der Samstag des AWS‘ beginnt mit Nusskuchen und einer Simulation des Welthandels.

Das World Trade Game ist eine Methode, die SchülerInnen – und heute Neuteamenden – ein emotionales und unmittelbares Verständnis von globalen Handelsbeziehungen vermitteln soll. In Ländern mit verschieden günstigen Ausgangsbedingungen zugeteilt, sehen wir uns vor die Aufgabe gestellt, unser BIP in Form von perfekt ausgeschnittenen Papierformen zu erhöhen. So banal dies vorerst klingen mag, gestaltet sich das Wirtschaften für jene schwer, denen Technologie und Know-How in Form von Schere und Formvorlage fehlen. Die große Klause – der eigentlich seriöse Tagungsraum, in dem wir uns eingefunden haben – wird für drei Stunden zum Austragungsort von diplomatischen Bemühungen, Handelskriegen und Generalstreiks. Im Trubel erhitzter Gemüter und aufwallender Gefühle schaffen es manche Länder schließlich, kooperative Allianzen zu schaffen, während andere dem unaufhaltsamen Staatsbankrott entgegen schlittern. Zuletzt ruft ein abgeschlagenes C1-Land singend die Revolution nicht-monetärer Lebensformen aus, während man sich in A2 nur mühsam seinen Weg durch umherfliegende Papiergeometrie bahnen kann. Die anschließende Reflexion bei Sonnenschein und Vogelgezwitscher stellt die Harmonie zwischen den Nationen wieder her und lässt uns erkennen, wie viele Parallelen sich doch zu den wirtschaftspolitischen Fragen einer globalisierten Wirtschaft ziehen lassen.

Die von unserem Koch, dem Vegan-Mann, wie man ihn in dieser Gegend der Eifel auch nennt, servierten Gnocchis wissen zu begeistern, sind jedoch bloß eine kurze Unterbrechung an diesem Tag voll methodischer Aha!-Momente. Der nächste ist die Szenario- oder auch 4-Achsen-Methode, mit welcher Joel die Gruppe dazu bringt, die Entwicklung aktueller Ressourcenkonflikte bis ins Jahr 2100 weiterzuentwickeln. Das ist teils lustig, teils absurd, teils erschreckend – vor allem jedoch stellt es sich als wertvolles Mittel heraus, um die Bedeutung, die ein heute beobachteter Umstand in der Zukunft haben wird, zu ergründen. Zurück in die Gegenwart reißt es uns dann nach einer Kaffeepause – ob gravierenden Kuchendefizites tatsächlich nicht mehr als eine Kaffeepause – mit einer Einheit über das Selbstverständnis politischer BildnerInnen. Wer bei diesen Worten an die BildhauerInnen der bildenden Kunst denkt mag nicht ganz Unrecht haben, schließlich ist einer Teamenden eine gewisse Einflussnahme auf die SchülerInnen, auf ihre Ansichten und Bewertungen einzuräumen. Aber kann dies unser Ziel sein? Eine Fishbowl-Diskussion später zeigt sich: Politisch bilden bedeutet, denken zu lehren, keine fertig gedachten Ansichten zu liefern oder Bewertungen und trotzdem eine eigene Meinung haben zu dürfen. Dieser Gedanke wird schließlich mit der Vorstellung des Beutelsbacher Konsens‘ abgerundet, seit 1976 Grundsatz der politischen Bildung Deutschlands. So simpel wie wichtig legt er das Überwältigungsverbot, Kontroversität und SchülerInnenorientierung als Leitlinien unserer Arbeit fest. Einmal mehr merken wir wie anspruchsvoll unsere Arbeit ist – umso motivierender scheint daher, dass uns dabei extrem viel Handlungsspielraum und mit ihm auch Vertrauen geboten wird. Auf dieses weitere Aha! folgt erneut eine Portion Gnocchis, ein als Global Village betiteltes Buffet regionaler Kleinigkeiten und ein gemeinsamer Ausklang des Tages der gegen elf, gefühlt halb vier, in den bitter nötigen Tiefschlaf mündet.

teamGLOBAL goes Konferenzwoche der Leuphana Universität Lüneburg

 

An der Leuphana Universität wurden vom 28. Februar bis zum 4. März Fragen nach der Freiheit im Rahmen der 10. Konferenzwoche kontrovers diskutiert. Darunter ein Gespräch über den Umgang mit rechtsextremen Parolen, die Frage nach Kapitalismus oder Freiheit und Arbeiten im Konsens Vortrag. Zu Gast waren unter anderem Hartmut Rosa, Kübra Gümüsay und Thomas Fischer. Und mittendrin: teamGLOBAL! Als Teil einer Veranstaltung zum Thema „Nur noch kurz die Welt retten – aber wie?“ durften wir im Rahmen eines Netzwerkcafes jungen Menschen von unserem Engagement berichten. Gemeinsam mit den Ständen NAJU Hamburg, Greenpeace Lüneburg, wandlungs(t)räume und Janun Lüneburg, bauten wir unser TG Infomaterial auf. Nach einem Vortrag über Partizipation von Thomas Hohn von Greenpeace, konnten sich die Studis direkt über Möglichkeiten zu dem Thema an unseren Ständen informieren. Neben Flyern und anderem und Postern hatten wir auch eine Weltkarte im Gepäck, um eine unserer teamGLOBAL-Methoden exemplarisch mit interessierten jungen Menschen durchzuführen: Das Weltverteilungsspiel. Drei Gruppen haben geschätzt, wie Bevölkerung (in Schkoladenmarienkäfer), Reichtum (in Bonbons), CO2 Ausstoß (in Luftballons) und Geflüchtete (in Papierschiffen) auf der Welt verteilt sind. Als Dankeschön für die Teilnahme gab es einen Anteil der Weltbevölkerung, in Schokoladenmarienkäfern.

Wir sind mit interessanten Menschen ins Gespräch gekommen, haben uns ausgetauscht und konnten ein bisschen teamGLOBAL Spirit weitergeben. Liebe Konferenzwochenteam, vielen Dank, dass wir ein Teil dieser spannenden zukunftsweisenden Woche sein durften!

teamGLOBAL-Workshop zu Konsum und Nachhaltigkeit am 16.2.2017 an der DaVinci-Gesamtschule in Potsdam

Was ist deine erste Assoziation zu Nachhaltigkeit?

 So lautete die erste „Aufgabe“, die wir den 12.-Klässler*innen der DaVinci-Gesamtschule in Potsdam zur Einführung in das Thema stellten. Ein Ball ging herum und von Begriffen wie „Zukunft“, über„Bewusst einkaufen“ oder „Umwelt“ bis zu „Generation“ war so ziemlich alles dabei.

Hm.  Also, ziemlich komplex dieses Wort, oder?

Es lohnt sich also sich ein bisschen näher damit auseinanderzusetzen ?

In den folgenden eineinhalb Stunden hatten wir Zeit ein Nachhaltigkeitsplanspiel mit den Schüler*innen zu spielen, in dem für verschiedene Aktionskarten Argumente gefunden werden mussten.

Insgesamt gab es vier Gruppen: die Wirtschaft, die Umwelt, die verschiedenen Generationen und eine Jury-Gruppe, die die Argumente der anderen bewerten durfte.

Debattiert wurde über Aktionskarten wie: „Luxusartikel sollten für alle erschwinglich sein“, „Die Wohnsituation muss verbessert  werden und alle sollten ein Dach über dem Kopf haben“ oder „Bioprodukte sollten besser vermarktet werden“.

Der besondere Kniff: Die Gruppen wechselten nach jeder Karte die Rollen, damit alle die Gelegenheit hatten, sich jeweils in die eine oder andere Lage hineinzuversetzen.

Nach kurzen Start-Schwierigkeiten und der erneuten Klärung der Rollen und des besonderen Kniffs und wer wann wem Punkte geben darf, wurde engagiert und aktiv diskutiert.

Am Ende gewann mit ein bisschen Vorsprung die Umwelt-Rolle. Aus der Reflexion ging hervor, dass es für die meisten in dieser Rolle am leichtesten war, Argumente zu finden. In der Wirtschaft fühlte sich alles viel zu weit weg an und es gab mehr Schwierigkeiten sich Argumente zu überlegen, die nicht sofort von der Umwelt-Gruppe entkräftet werden konnten.

Zum Abschluss der sehr kurzen Einheit (die Zeit verfliegt im wahrsten Sinne des Wortes wirklich immer), haben wir es aber noch geschafft, die TOP 10 der Nachhaltigkeits-Praktiken, die die Schüler*innen mit ihrer Lebensrealität vereinbar sahen auf Papier bzw. Whiteboard zu bringen.

Wir bedanken uns bei den 12ern für die aktive Teilnahme am Workshop und wünschen euch jetzt erstmal schöne Osterferien und viel Erfolg beim „TOP 10 Nachhaltigkeitstipps leben und erleben“.

Madeleine und Marga

Kinderrechte Workshops in Berlin und Brandenburg – teamGLOBAL und der Landesverband für Kinder und Jugendfilme KiJuFi

„Kinder sollten bei allen Fragen, die sie betreffen, mitentscheiden dürfen.“

Was ist denn hier los?

teamGLOBAL ist los! Und die Kinderrechte auch!

Wir sind in einer Schule in Brandenburg, in einem Klassenzimmer einer Grundschule. Eine Gruppe Kinder beginnt sich in Bewegung zu setzen, sie laufen von einer Seite des Raumes zur anderen. Einige wechseln nochmal ihre Position, nach einer Weile bleiben sie stehen.

In Zusammenarbeit mit dem Landesverband für Kinder und Jugendfilme KiJuFi hat teamGLOBAL nämlich sieben Workshops zu Kinderrechten gegeben. Diese Workshops wurden im Rahmen des Kinderrechte-Festivals, das Ende Januar in Berlin stattfindet, durchgeführt. Dort werden die Kurzfilme gezeigt, die von den teilnehmenden Klassen im Vorfeld entstanden sind. teamGLOBAL gab den Schüler*innen eine thematische Einführung, danach entwickelt die Klasse ein eigenes Drehbuch, in dem ein Kinderrecht dargestellt werden soll. Die Filmemacher*innen von KiJuFi verbringen dann einen Tag mit der Klasse zusammen und drehen den Film.

In der thematischen Einführung führten wir die Kinder zuerst einmal an das Thema Rechte heran. Die Kinder positionierten sich zu verschiedenen Aussagen so wie im oben genannten Beispiel. Mitentscheiden – ja oder nein? Und was bedeutet es überhaupt, ein Recht zu haben? Und was kann ich tun, wenn mit ein Recht nicht gewährt wird?

In einem zweiten Schritt haben wir einige Kinderrechte genauer betrachtet. Das Recht auf Lernen beispielsweise, das Recht auf beide Elternteile oder das Recht auf Gleichbehandlung.

Die Kinder überlegten sich bereits in unserer Einführung Szenen zu den jeweiligen Rechten und führten sich diese gegenseitig vor. Sie anderen haben dann geraten, um welches Recht es sich gehandelt haben könnte.

Es sind sehr schöne Ideen dabei entstanden. Dies bietet gleichzeitig natürlich auch schon eine Grundlage für das Drehbuch und den späteren Film!

Das wird ziemlich aufregend für die Kinder werden! Es wird einige Schauspieler*innen geben, einige werden sich um die Kamera kümmern, einige werden für den Ton zuständig sein.

Am Ende treffen sich alle Ende Januar im Kino, wo die Filme nach Fertigstellung gezeigt werden.

Wir wünschen allen Beteiligten viel Spaß beim Dreh und beim Festival!

(Nadja Zimmermann, Markus Zimmermann & Marga Zenth, 11/12_2017)

Volle Pulle für BNE…

… so das Motto des Agenda Kongress für Bildung für Nachhaltige Entwicklung der UNESCO, der im Moment in Berlin stattfindet. Neben zahlreichen Initiativen und Netzwerken ist teamGLOBAL mit von der Partie und wird sogar ausgezeichnet. Das durfte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Am morgen wandle ich zunächst auf dem BNE Parcours herum. Dort werden Fachforen sowie Partnernetzwerke und Akteure für Bildung für nachhaltige Entwicklung vorgestellt. Mit dabei ist unter anderem das Netzwerk „Die kleinen Forscher“, „Engagement Global“ und „Global ESD“. Scheint so, als wären wir schon sehr globalisiert, aber wo wird denn nun die Globalisierung auf lokaler Ebene umgesetzt? Hierzu präsentieren verschiedenen Länder Strukturprogramme für die Implementierung von Nachhaltigkeit in die Bildung auf dem Parcours.
Von Dirk Messners Eröffnungsrede nehme ich den Begriff „Erdsystemverantwortung“ mit. Das Wort umschreibt trefflich die Position, die wir gegenüber den natürlichen Ressourcen innerhalb unseres Systems langfristig haben. Messner beschreibt den Weg von der Wahrnehmung eines Problems über den persönlichen Bezug zur Herausforderung hin zur Dringlichkeit kommen Lösungsansätze zu finden und in letzter Instanz, UNS die Frage stellen, wie wir die Lösungsansätze akzeptieren und unser System transformieren können. Hierbei steht der partizipative Aspekt der Verantwortung im Vordergrund ausgedrückt in einer Bildung für nachhaltige Entwicklung.
Anschließend folgen drei Kurzvorträge der „SOF – Safe our Future Umweltstiftung“, des „Netzwerks N“ und des Unternehmens „Lust auf besser Leben“. Letzterer war besonders einprägsam. Während auch auf dem Kongress immer wieder Jugendliche und Kinder in den Hauptfokus von BNE gerückt werden, wird die Rolle von Unternehmen wenig thematisiert. Aber gerade die Diversität und Vernetzung zwischen verschiedenen Institutionen ist ein wichtiger Treiber einer nachhaltigen Entwicklung. Kritisch zu sehen ist weiterhin, dass ältere Generationen häufig im Hintergrund des Formats BNE stehen. Genau diese Generationen können aber mit wichtigen Erfahrungswerten und Hintergrundwissen zur Verfügung stehen und eine Transformation der bestehenden Strukturen vorantreiben.
Zu guter letzte die Frage, was genau die Implementierung von BNE vorantreibt – in nur einem Wort! Aber kann man das mit nur einem Begriff beschreiben? Ist es Bewusstseinsbildung, Sensibilisierung, Motivation? Für mich ist es ein überzeugendes Vorbild für Menschen zu sein, globale Geschehnisse zu reflektieren und die Transformation selbst überzeugend darzustellen. Um es doch noch mal in einem Wort zusammenzufassen: Bewegung! Genau deswegen, bin ich stolz, ein Teil unseres Netzwerks teamGLOBAL zu sein. Bewegt was!

Ausgezeichnet!

teamGLOBAL wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und von der Deutschen UNESCO-Kommission als herausragende Bildungsinitiative für nachhaltige Entwicklung ausgezeichnet, mit Stufe 3 – der höchsten Auszeichnungsstufe!

Im Rahmen des Agendakongresses „In Aktion“ in Berlin wurde uns – und 62 anderen ausgezeichneten Kommunen, Netzwerken und Lernorten – bei der Auszeichnungsgala am Montagabend von Cornelia Quennet-Thielen, Staatssekretärin im Bundesministerium für Bildung und Forschung, und der Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission, Prof. Dr. Verena Metze-Mangold feierlich die Auszeichnung überreicht. Wir sind wahnsinnig stolz auf unser Netzwerk und freuen uns über die Anerkennung für das was wir tun! Gleichzeitig war es spannend und inspirierend, mit so vielen Menschen, die sich erfolgreich für Bildung für nachhaltige Entwicklung einsetzen, auf der Bühne zu stehen und sich danach bei einem Gläschen Wein auszutauschen. 

Die Jury, die teamGLOBAL als eines der 28 auszuzeichnenden Netzwerken auswählte, verkündete: „Das Netzwerk von teamGLOBAL ist ein innovativer Ansatz, um eine junge Zielgruppe zu erreichen und diese für BNE/NE-Themen zu interessieren und zu sensibilisieren. Lobenswert ist, dass die jugendlichen Mitglieder des Netzwerks sehr stark partizipieren und Inhalte und Richtungen von teamGLOBAL mitbestimmen. So trägt das Netzwerk – ganz im Sinne der Roadmap – zur Jugendpartizipation bei. Es existiert ein klares Bekenntnis zur Ausrichtung der Bildungsarbeit an den Prinzipien der BNE und Dienstleistungen/Produkte werden im Jahresabschlussbericht evaluiert und für das kommende Jahr weiterentwickelt. Durch seinen überregionalen Charakter erreicht das Netzwerk Jugendliche in ganz Deutschland und kann gerade in Regionen abseits der Metropolen junge Menschen begleiten und erreichen.“

 

(Copyright Fotos: BNE/Thomas Koehler/photothek.net)

Alternativer Kunst AWS in Weimar

Und es schlingt ununterbrochen
Immer sich der Freudenkreis
Durch die zweiundfunfzig Wochen,
Wenn mans recht zu führen weiß.
Spiel und Tanz, Gespräch, Theater,
Sie erfrischen unser Blut;
Laßt den Wienern ihren Prater;
Weimar, Jena, da ists gut!

(Johann Wolfgang von Goethe über Weimar)

Diesen Freitag war es endlich wieder so weit: Die Worte „Alternativer Kunst-Ausbildungsworkshop in Weimar“ schmückten die Seiten meines Kalenders und begleitet von kühlen Sonnenstrahlen und klarer Herbstluft machte ich mich auf den Weg zum Bahnhof. Einige bis dahin sehr unbekannte Bahnhöfe der Republik und zahlreiche Google-Anfragen später (ist Walter Gropius eine Froschart, warum litt bloß Werther, wer war denn nochmal Anna Amalia…?) mit dem Versuch, mich auf das mögliche Kommende vorzubereiten, finde ich mich bereits in der ersten hitzigen Diskussion wieder. „Ein offenes Ergebnis, ein Spannungsbogen, Selbstbezug, eigenverantwortliches Reflektieren und der eigene Transfer…“: was klingt wie die Beschreibung einer guten Folge meiner Lieblingsserie, sind für teamGLOBAL die Kriterien einer guten Methode. Da wir uns jedoch auf einem „Kunst-AWS“ befinden, findet die Erarbeitung neuer Methoden dieses Wochenende definitiv nicht nur theoretisch statt. Während es vor der Maxim Gorki Jugendherberge nun schon längst dunkel geworden ist, verzaubert Wienke unsere kleine Gruppe mit ihrem Vortrag darüber, wie wir achtsamer, leidenschaftlicher und nachhaltiger unsere Zeit erleben können… nein, ihr Vortrag handelt nicht davon, dass wir alle eine glutenfreie-Chia-Samen-Diät beginnen sollten oder fünf Mal am Tag Yoga machen sollten, sondern er handelt vom sogenannten „Urban Sketching“.  Hierbei erzählt man Geschichten mit der eigenen Zeichnung über einen besonderen Ort, den man gerne teilen würde. Dabei geht es vor allem um das Erlebnis des Zeichnens, viel mehr als um das letztendliche Ergebnis. Im weiteren Verlauf des Workshops liegen wir mal auf dem Boden, laufen in Trippelschritten über die Straße oder deklarieren ein Stück Straße als Einen Platz, an dem Goethe und Schiller noch nie waren… das alles erleben wir gemeinsam mit den „Tanten Trottoir“, einem Aktionsbündnis bestehend aus drei ziemlich hippen und coolen Frauen, die etwas machen, was sich „positiven Aktionismus“ nennt. Hierbei geht es nicht nur um die Aktion selbst, sondern auch um das Gefühl der Aktivistinnen selbst, es geht darum, anderen etwas mitzugeben, den „Alltag anderer zu verrücken, ihn zu verzaubern und zu irritieren“. Aus Freude an der Sache selbst soll dann Lust entstehen sich selbst zu engagieren. Sie erzählen uns von ihren Aktionen, der „Demo der Verwirrten“, von „Wake up Rosie“ und vom „die Seele bummeln lassen“… wie weit kann man den Freiraum Kunst instrumentalisieren und ab wann verpufft ihr Zauber?

Am Ende des Ausbildungsseminars treffen wir uns dann noch mit Inga Sondermann. Mit Ihrer Anleitung überlegen wir uns, wie man künstlerische Methoden mit unseren Workshopinhalten verbinden kann. „Design thinking“ nennt man ihre Vorgehensweise auch im Fachjargon, den sie aber eigentlich gar nicht nötig hätte, weil sie auch ohne Anglizismus ziemlich viel kann – was es bald auf jeden Fall gibt, ist mindestens eine „frisch designte“, künstlerische teamGLOBAL-Methode zum Thema Klima in unserer Methodenbibliothek, also keep your eyes peeled…!

Alles in allem lässt sich sagen, das Wochenende hat sich angefühlt, wie eine richtig gute Methode, wie eine Folge meiner Lieblingsserie. Es war spannend und überraschend, es gab Selbstbezug und eigenverantwortliches Reflektieren… vom kleinen Beispiel aufs große Ganze schließen (oh ja, die gute alte Senkblei-Übung) und vom großen Ganzen darauf schließen, was wir im kleinen Rahmen vermitteln wollen und verändern können.