teamGLOBAL goes Konferenzwoche der Leuphana Universität Lüneburg

 

An der Leuphana Universität wurden vom 28. Februar bis zum 4. März Fragen nach der Freiheit im Rahmen der 10. Konferenzwoche kontrovers diskutiert. Darunter ein Gespräch über den Umgang mit rechtsextremen Parolen, die Frage nach Kapitalismus oder Freiheit und Arbeiten im Konsens Vortrag. Zu Gast waren unter anderem Hartmut Rosa, Kübra Gümüsay und Thomas Fischer. Und mittendrin: teamGLOBAL! Als Teil einer Veranstaltung zum Thema „Nur noch kurz die Welt retten – aber wie?“ durften wir im Rahmen eines Netzwerkcafes jungen Menschen von unserem Engagement berichten. Gemeinsam mit den Ständen NAJU Hamburg, Greenpeace Lüneburg, wandlungs(t)räume und Janun Lüneburg, bauten wir unser TG Infomaterial auf. Nach einem Vortrag über Partizipation von Thomas Hohn von Greenpeace, konnten sich die Studis direkt über Möglichkeiten zu dem Thema an unseren Ständen informieren. Neben Flyern und anderem und Postern hatten wir auch eine Weltkarte im Gepäck, um eine unserer teamGLOBAL-Methoden exemplarisch mit interessierten jungen Menschen durchzuführen: Das Weltverteilungsspiel. Drei Gruppen haben geschätzt, wie Bevölkerung (in Schkoladenmarienkäfer), Reichtum (in Bonbons), CO2 Ausstoß (in Luftballons) und Geflüchtete (in Papierschiffen) auf der Welt verteilt sind. Als Dankeschön für die Teilnahme gab es einen Anteil der Weltbevölkerung, in Schokoladenmarienkäfern.

Wir sind mit interessanten Menschen ins Gespräch gekommen, haben uns ausgetauscht und konnten ein bisschen teamGLOBAL Spirit weitergeben. Liebe Konferenzwochenteam, vielen Dank, dass wir ein Teil dieser spannenden zukunftsweisenden Woche sein durften!

teamGLOBAL-Workshop zu Konsum und Nachhaltigkeit am 16.2.2017 an der DaVinci-Gesamtschule in Potsdam

Was ist deine erste Assoziation zu Nachhaltigkeit?

 So lautete die erste „Aufgabe“, die wir den 12.-Klässler*innen der DaVinci-Gesamtschule in Potsdam zur Einführung in das Thema stellten. Ein Ball ging herum und von Begriffen wie „Zukunft“, über„Bewusst einkaufen“ oder „Umwelt“ bis zu „Generation“ war so ziemlich alles dabei.

Hm.  Also, ziemlich komplex dieses Wort, oder?

Es lohnt sich also sich ein bisschen näher damit auseinanderzusetzen 😊

In den folgenden eineinhalb Stunden hatten wir Zeit ein Nachhaltigkeitsplanspiel mit den Schüler*innen zu spielen, in dem für verschiedene Aktionskarten Argumente gefunden werden mussten.

Insgesamt gab es vier Gruppen: die Wirtschaft, die Umwelt, die verschiedenen Generationen und eine Jury-Gruppe, die die Argumente der anderen bewerten durfte.

Debattiert wurde über Aktionskarten wie: „Luxusartikel sollten für alle erschwinglich sein“, „Die Wohnsituation muss verbessert  werden und alle sollten ein Dach über dem Kopf haben“ oder „Bioprodukte sollten besser vermarktet werden“.

Der besondere Kniff: Die Gruppen wechselten nach jeder Karte die Rollen, damit alle die Gelegenheit hatten, sich jeweils in die eine oder andere Lage hineinzuversetzen.

Nach kurzen Start-Schwierigkeiten und der erneuten Klärung der Rollen und des besonderen Kniffs und wer wann wem Punkte geben darf, wurde engagiert und aktiv diskutiert.

Am Ende gewann mit ein bisschen Vorsprung die Umwelt-Rolle. Aus der Reflexion ging hervor, dass es für die meisten in dieser Rolle am leichtesten war, Argumente zu finden. In der Wirtschaft fühlte sich alles viel zu weit weg an und es gab mehr Schwierigkeiten sich Argumente zu überlegen, die nicht sofort von der Umwelt-Gruppe entkräftet werden konnten.

Zum Abschluss der sehr kurzen Einheit (die Zeit verfliegt im wahrsten Sinne des Wortes wirklich immer), haben wir es aber noch geschafft, die TOP 10 der Nachhaltigkeits-Praktiken, die die Schüler*innen mit ihrer Lebensrealität vereinbar sahen auf Papier bzw. Whiteboard zu bringen.

Wir bedanken uns bei den 12ern für die aktive Teilnahme am Workshop und wünschen euch jetzt erstmal schöne Osterferien und viel Erfolg beim „TOP 10 Nachhaltigkeitstipps leben und erleben“.

Madeleine und Marga

Kinderrechte Workshops in Berlin und Brandenburg – teamGLOBAL und der Landesverband für Kinder und Jugendfilme KiJuFi

„Kinder sollten bei allen Fragen, die sie betreffen, mitentscheiden dürfen.“

Was ist denn hier los?

teamGLOBAL ist los! Und die Kinderrechte auch!

Wir sind in einer Schule in Brandenburg, in einem Klassenzimmer einer Grundschule. Eine Gruppe Kinder beginnt sich in Bewegung zu setzen, sie laufen von einer Seite des Raumes zur anderen. Einige wechseln nochmal ihre Position, nach einer Weile bleiben sie stehen.

In Zusammenarbeit mit dem Landesverband für Kinder und Jugendfilme KiJuFi hat teamGLOBAL nämlich sieben Workshops zu Kinderrechten gegeben. Diese Workshops wurden im Rahmen des Kinderrechte-Festivals, das Ende Januar in Berlin stattfindet, durchgeführt. Dort werden die Kurzfilme gezeigt, die von den teilnehmenden Klassen im Vorfeld entstanden sind. teamGLOBAL gab den Schüler*innen eine thematische Einführung, danach entwickelt die Klasse ein eigenes Drehbuch, in dem ein Kinderrecht dargestellt werden soll. Die Filmemacher*innen von KiJuFi verbringen dann einen Tag mit der Klasse zusammen und drehen den Film.

In der thematischen Einführung führten wir die Kinder zuerst einmal an das Thema Rechte heran. Die Kinder positionierten sich zu verschiedenen Aussagen so wie im oben genannten Beispiel. Mitentscheiden – ja oder nein? Und was bedeutet es überhaupt, ein Recht zu haben? Und was kann ich tun, wenn mit ein Recht nicht gewährt wird?

In einem zweiten Schritt haben wir einige Kinderrechte genauer betrachtet. Das Recht auf Lernen beispielsweise, das Recht auf beide Elternteile oder das Recht auf Gleichbehandlung.

Die Kinder überlegten sich bereits in unserer Einführung Szenen zu den jeweiligen Rechten und führten sich diese gegenseitig vor. Sie anderen haben dann geraten, um welches Recht es sich gehandelt haben könnte.

Es sind sehr schöne Ideen dabei entstanden. Dies bietet gleichzeitig natürlich auch schon eine Grundlage für das Drehbuch und den späteren Film!

Das wird ziemlich aufregend für die Kinder werden! Es wird einige Schauspieler*innen geben, einige werden sich um die Kamera kümmern, einige werden für den Ton zuständig sein.

Am Ende treffen sich alle Ende Januar im Kino, wo die Filme nach Fertigstellung gezeigt werden.

Wir wünschen allen Beteiligten viel Spaß beim Dreh und beim Festival!

(Nadja Zimmermann, Markus Zimmermann & Marga Zenth, 11/12_2017)

Volle Pulle für BNE…

… so das Motto des Agenda Kongress für Bildung für Nachhaltige Entwicklung der UNESCO, der im Moment in Berlin stattfindet. Neben zahlreichen Initiativen und Netzwerken ist teamGLOBAL mit von der Partie und wird sogar ausgezeichnet. Das durfte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Am morgen wandle ich zunächst auf dem BNE Parcours herum. Dort werden Fachforen sowie Partnernetzwerke und Akteure für Bildung für nachhaltige Entwicklung vorgestellt. Mit dabei ist unter anderem das Netzwerk „Die kleinen Forscher“, „Engagement Global“ und „Global ESD“. Scheint so, als wären wir schon sehr globalisiert, aber wo wird denn nun die Globalisierung auf lokaler Ebene umgesetzt? Hierzu präsentieren verschiedenen Länder Strukturprogramme für die Implementierung von Nachhaltigkeit in die Bildung auf dem Parcours.
Von Dirk Messners Eröffnungsrede nehme ich den Begriff „Erdsystemverantwortung“ mit. Das Wort umschreibt trefflich die Position, die wir gegenüber den natürlichen Ressourcen innerhalb unseres Systems langfristig haben. Messner beschreibt den Weg von der Wahrnehmung eines Problems über den persönlichen Bezug zur Herausforderung hin zur Dringlichkeit kommen Lösungsansätze zu finden und in letzter Instanz, UNS die Frage stellen, wie wir die Lösungsansätze akzeptieren und unser System transformieren können. Hierbei steht der partizipative Aspekt der Verantwortung im Vordergrund ausgedrückt in einer Bildung für nachhaltige Entwicklung.
Anschließend folgen drei Kurzvorträge der „SOF – Safe our Future Umweltstiftung“, des „Netzwerks N“ und des Unternehmens „Lust auf besser Leben“. Letzterer war besonders einprägsam. Während auch auf dem Kongress immer wieder Jugendliche und Kinder in den Hauptfokus von BNE gerückt werden, wird die Rolle von Unternehmen wenig thematisiert. Aber gerade die Diversität und Vernetzung zwischen verschiedenen Institutionen ist ein wichtiger Treiber einer nachhaltigen Entwicklung. Kritisch zu sehen ist weiterhin, dass ältere Generationen häufig im Hintergrund des Formats BNE stehen. Genau diese Generationen können aber mit wichtigen Erfahrungswerten und Hintergrundwissen zur Verfügung stehen und eine Transformation der bestehenden Strukturen vorantreiben.
Zu guter letzte die Frage, was genau die Implementierung von BNE vorantreibt – in nur einem Wort! Aber kann man das mit nur einem Begriff beschreiben? Ist es Bewusstseinsbildung, Sensibilisierung, Motivation? Für mich ist es ein überzeugendes Vorbild für Menschen zu sein, globale Geschehnisse zu reflektieren und die Transformation selbst überzeugend darzustellen. Um es doch noch mal in einem Wort zusammenzufassen: Bewegung! Genau deswegen, bin ich stolz, ein Teil unseres Netzwerks teamGLOBAL zu sein. Bewegt was!

Ausgezeichnet!

teamGLOBAL wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und von der Deutschen UNESCO-Kommission als herausragende Bildungsinitiative für nachhaltige Entwicklung ausgezeichnet, mit Stufe 3 – der höchsten Auszeichnungsstufe!

Im Rahmen des Agendakongresses „In Aktion“ in Berlin wurde uns – und 62 anderen ausgezeichneten Kommunen, Netzwerken und Lernorten – bei der Auszeichnungsgala am Montagabend von Cornelia Quennet-Thielen, Staatssekretärin im Bundesministerium für Bildung und Forschung, und der Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission, Prof. Dr. Verena Metze-Mangold feierlich die Auszeichnung überreicht. Wir sind wahnsinnig stolz auf unser Netzwerk und freuen uns über die Anerkennung für das was wir tun! Gleichzeitig war es spannend und inspirierend, mit so vielen Menschen, die sich erfolgreich für Bildung für nachhaltige Entwicklung einsetzen, auf der Bühne zu stehen und sich danach bei einem Gläschen Wein auszutauschen. 

Die Jury, die teamGLOBAL als eines der 28 auszuzeichnenden Netzwerken auswählte, verkündete: „Das Netzwerk von teamGLOBAL ist ein innovativer Ansatz, um eine junge Zielgruppe zu erreichen und diese für BNE/NE-Themen zu interessieren und zu sensibilisieren. Lobenswert ist, dass die jugendlichen Mitglieder des Netzwerks sehr stark partizipieren und Inhalte und Richtungen von teamGLOBAL mitbestimmen. So trägt das Netzwerk – ganz im Sinne der Roadmap – zur Jugendpartizipation bei. Es existiert ein klares Bekenntnis zur Ausrichtung der Bildungsarbeit an den Prinzipien der BNE und Dienstleistungen/Produkte werden im Jahresabschlussbericht evaluiert und für das kommende Jahr weiterentwickelt. Durch seinen überregionalen Charakter erreicht das Netzwerk Jugendliche in ganz Deutschland und kann gerade in Regionen abseits der Metropolen junge Menschen begleiten und erreichen.“

 

(Copyright Fotos: BNE/Thomas Koehler/photothek.net)

Alternativer Kunst AWS in Weimar

Und es schlingt ununterbrochen
Immer sich der Freudenkreis
Durch die zweiundfunfzig Wochen,
Wenn mans recht zu führen weiß.
Spiel und Tanz, Gespräch, Theater,
Sie erfrischen unser Blut;
Laßt den Wienern ihren Prater;
Weimar, Jena, da ists gut!

(Johann Wolfgang von Goethe über Weimar)

Diesen Freitag war es endlich wieder so weit: Die Worte „Alternativer Kunst-Ausbildungsworkshop in Weimar“ schmückten die Seiten meines Kalenders und begleitet von kühlen Sonnenstrahlen und klarer Herbstluft machte ich mich auf den Weg zum Bahnhof. Einige bis dahin sehr unbekannte Bahnhöfe der Republik und zahlreiche Google-Anfragen später (ist Walter Gropius eine Froschart, warum litt bloß Werther, wer war denn nochmal Anna Amalia…?) mit dem Versuch, mich auf das mögliche Kommende vorzubereiten, finde ich mich bereits in der ersten hitzigen Diskussion wieder. „Ein offenes Ergebnis, ein Spannungsbogen, Selbstbezug, eigenverantwortliches Reflektieren und der eigene Transfer…“: was klingt wie die Beschreibung einer guten Folge meiner Lieblingsserie, sind für teamGLOBAL die Kriterien einer guten Methode. Da wir uns jedoch auf einem „Kunst-AWS“ befinden, findet die Erarbeitung neuer Methoden dieses Wochenende definitiv nicht nur theoretisch statt. Während es vor der Maxim Gorki Jugendherberge nun schon längst dunkel geworden ist, verzaubert Wienke unsere kleine Gruppe mit ihrem Vortrag darüber, wie wir achtsamer, leidenschaftlicher und nachhaltiger unsere Zeit erleben können… nein, ihr Vortrag handelt nicht davon, dass wir alle eine glutenfreie-Chia-Samen-Diät beginnen sollten oder fünf Mal am Tag Yoga machen sollten, sondern er handelt vom sogenannten „Urban Sketching“.  Hierbei erzählt man Geschichten mit der eigenen Zeichnung über einen besonderen Ort, den man gerne teilen würde. Dabei geht es vor allem um das Erlebnis des Zeichnens, viel mehr als um das letztendliche Ergebnis. Im weiteren Verlauf des Workshops liegen wir mal auf dem Boden, laufen in Trippelschritten über die Straße oder deklarieren ein Stück Straße als Einen Platz, an dem Goethe und Schiller noch nie waren… das alles erleben wir gemeinsam mit den „Tanten Trottoir“, einem Aktionsbündnis bestehend aus drei ziemlich hippen und coolen Frauen, die etwas machen, was sich „positiven Aktionismus“ nennt. Hierbei geht es nicht nur um die Aktion selbst, sondern auch um das Gefühl der Aktivistinnen selbst, es geht darum, anderen etwas mitzugeben, den „Alltag anderer zu verrücken, ihn zu verzaubern und zu irritieren“. Aus Freude an der Sache selbst soll dann Lust entstehen sich selbst zu engagieren. Sie erzählen uns von ihren Aktionen, der „Demo der Verwirrten“, von „Wake up Rosie“ und vom „die Seele bummeln lassen“… wie weit kann man den Freiraum Kunst instrumentalisieren und ab wann verpufft ihr Zauber?

Am Ende des Ausbildungsseminars treffen wir uns dann noch mit Inga Sondermann. Mit Ihrer Anleitung überlegen wir uns, wie man künstlerische Methoden mit unseren Workshopinhalten verbinden kann. „Design thinking“ nennt man ihre Vorgehensweise auch im Fachjargon, den sie aber eigentlich gar nicht nötig hätte, weil sie auch ohne Anglizismus ziemlich viel kann – was es bald auf jeden Fall gibt, ist mindestens eine „frisch designte“, künstlerische teamGLOBAL-Methode zum Thema Klima in unserer Methodenbibliothek, also keep your eyes peeled…!

Alles in allem lässt sich sagen, das Wochenende hat sich angefühlt, wie eine richtig gute Methode, wie eine Folge meiner Lieblingsserie. Es war spannend und überraschend, es gab Selbstbezug und eigenverantwortliches Reflektieren… vom kleinen Beispiel aufs große Ganze schließen (oh ja, die gute alte Senkblei-Übung) und vom großen Ganzen darauf schließen, was wir im kleinen Rahmen vermitteln wollen und verändern können.

 

 

 

AWS auf der Alb – Flucht und Diaspora

­AWS auf der Alb – Flucht und Diaspora

Unser zweiter Ausbildungsworkshop dieses Jahres betraf das Thema Flucht und Diaspora. Im Rahmen dieses Themenkomplexes fokussierten wir uns hauptsächlich auf den Islam, die islamische Kultur und die Erfahrungen muslimischer Menschen mit Flucht und Diaspora. Untergebracht waren wir bei unserem Kooperationspartner, der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, im wunderschönen Haus auf der Alb in Bad Urach. In außergewöhnlich kleinem Kreis – anderweitige Verpflichtungen reduzierten die Anzahl an Teilnehmenden stark – erlebten wir ein spannendes, produktives und auf persönlicher Ebene harmonisches Wochenende.

Um unser Konzept der peer-to-peer education erfolgreich umsetzen zu können, ist es wichtig, dass wir uns im Netzwerk regelmäßig fortbilden. Dabei geht es nicht lediglich um inhaltliche, faktische Weiterbildung, sondern auch sehr stark um Sensibilisierung. Es geht z.B. um Sensibilisierung für Vorurteile, die man bei Einsätzen an Schulen aufbrechen will, statt sie weiter zu verfestigen. Oder um Sensibilisierung für Machtstrukturen, die unsere Gesellschaft unterschwellig beherrschen. Diese Strukturen müssen in das Bewusstsein der Gesellschaft gerufen werden, sodass sie kritisch reflektiert werden können.

Um also in unserer Arbeit besser zu werden, trafen wir uns in Bad Urach und beschäftigten uns mit dem Thema Flucht und Diaspora mit speziellem Fokus auf den Islam. Ein Thema, das für unsere Arbeit an Schulen noch relevanter wäre, hätte man wohl kaum finden können. Die Berührungspunkte mit dem Islam sind in Deutschland sehr groß. Umso wertvoller waren die Erkenntnisse und das Wissen, das wir über das vergangene Wochenende ansammeln konnten.

Um eine Grundlage für die weiterführende Diskussion zu schaffen hat uns Maria von denk global! in das Vokabular des Themenkomplexes eingeführt und uns den Begriff Diaspora erklärt. Mit dem Spiel Islamitivity haben wir den Bogen zum Islam geschlagen und unser Vorwissen über den Islam reflektiert. Für anschließenden Wissenszuwachs hat Dr. Mahmoud Abdallah von der Uni Tübingen gesorgt. Dr. Abdallah nahm uns mit auf eine Reise durch die Geschichte des Islam. Dabei setzte er uns die historische und dogmatische Bedeutung von Flucht im Koran auseinander. Schließlich wendete Dr. Abdallah diese Erkenntnisse auf die momentane Flüchtlingssituation an und erklärte, mit welchen Schwierigkeiten Flüchtende bei ihrer Ankunft in Deutschland zu kämpfen haben. Mit seinem Beitrag gab uns Dr. Abdallah wertvolles Wissen an die Hand, das interkulturelle Begegnungen ermöglicht.

Eine ganz neue und für alle Anwesenden bisher unbekannte Perspektive auf den Islam verschaffte uns Anja von I-Slam. Die Studentin, Künstlerin und Aktivistin referierte über den islamischen Feminismus und zeigte, dass eine geschlechtersensible Auseinandersetzung mit den Schriften des Koran möglich ist. Damit einher geht die Kritik am islamischen Patriachat. Spannend in diesem Kontext war vor allem auch die Abgrenzung des islamischen Feminismus von sonstigen Feminismen.

An dieser Stelle möchten wir uns nochmal recht herzlich bei den ReferentInnen für ihr Engagement bedanken. Dank ihnen und dank einer super Vorbereitung seitens unseres Orga-Teams haben wir alle ein tolles Wochenende auf der Alb verbringen dürfen. Danke und auf bald!

teamGLOBAL in guten Händen

Ein Kommentar zum tG-Beirat am 19.05.17 in Mannheim von Teamerin Helena

Mannheim, die multikulturelle Quadratestadt mit all ihren Knotenpunkten, türkischen Süßwarenläden und ihrem Industriechic kann sich nicht nur mit einem stadtprägenden Barockschloss brüsten, sondern ist auch Sitz von denk global!, der Trägerorganisation vom Jugendnetzwerk teamGLOBAL.

Es handelt sich also um ein Heimspiel, wenn denk global! die weitgereisten Mitglieder des teamGLOBAL-Beirates am 19.05. in das aufstrebende Mannheimer Szeneviertel Jungbusch einlädt.

In den vier gläsernen Wänden des Kreativwirtschaftszentrum C-HUB („Zentrum für Mannheims neue Arbeiterklasse“), die den Blick auf emsige Kräne, werdende Gebäude und den im Regen liegenden Neckar freigeben, kommen Welt und Netzwerk zusammen: Genf, Hamburg, Wuppertal und Stuttgart sind der Einladung von denk global! gefolgt. Ich selbst, Teamerin bei teamGLOBAL seit einem Jahr, reise aus der benachbarten Rivalin Heidelberg an und freue mich über die Ehre, zusammen mit Teamerin Dunya heute die Innensicht des Netzwerkes präsentieren zu dürfen.

 Den einmal pro Jahr tagenden teamGLOBAL-Beirat selbst gibt es seit 2015, seine Aufgabe ist es, die Arbeit von teamGLOBAL inhaltlich und konzeptionell zu begleiten. Auf der Agenda der heutigen Sitzung stehen unter Anderem Fragen zur Finanzierung, dem teamGLOBAL-Schulsiegel und des Selbstverständnisses des Beirates.

Ein Netzwerk, das sich der weltumspannenden Globalisierung in all ihren Facetten zuwendet, kann den Input von lokalen und internationalen Akteur*innen aus Wirtschaft, Entwicklungszusammenarbeit, Kultur und internationaler Politik gut vertragen: Was während des Beirattages von Statten geht, ist mehr als Schaufensterpolierung oder Pflichtkür. Köpfe rauchen, es wird mit Zahlen jongliert, Szenarien durchgespielt und an den ganz großen Stellschrauben des Netzwerks und auch der Zeit gedreht. Dazu gibt es Kaffee, die ersten Erdbeeren des Jahres und immer wieder Blicke auf modische Startupler, die sich am Konferenzraum vorbei zu ihren Büros schlängeln.

So regt Annasophia Heintze vom UNHCR (The UN Refugee Agency) an, künftig auch Geflüchtete als Akteur*innen in das Netzwerk aufzunehmen, um eine größere Diversität zu garantieren. Karsten Weitzenegger von Karsten Weitzenegger Consulting schlägt vor, Methodenentwicklung als Finanzierungsquelle zu nutzen und Thorsten Kuß, Konrektor der Johannes-Keppler-Gemeinschaftsschule in Mannheim erklärt in Bezug auf das Schulsiegel freigiebig, dass er „zu allen Schandtaten bereit“ sei.

Die anderen anwesenden Beiratsmitglieder Frank Degler (Jugendkulturzentrum FORUM in Mannheim), Sebastian Fietkau (Mannheimer Zentrum für europäische Sozialforschung), Robby Geyer (Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg), Heike Jäger (World University Service) und Sascha Scheier (Bundeszentrale für politische Bildung) scheuen sich nicht, zu hinterfragen, Visionen zu schmieden und Kooperationen in Aussicht zu stellen.

Das gemeinsame Mittagessen im nahegelegenen „DIE KÜCHE“ bietet deshalb nicht nur regionales Essen, eine weitere Dosis Industrieromantik und einen vom Regen verschleierten Rooftop-Blick, sondern auch die erste Gewissheit aller Akteur*innen, teamGLOBAL mit aller Kraft und bestem Gewissen unter die Arme gegriffen zu haben.

Es verwundert mich nicht, dass die abschließende Feedbackrunde enthusiastisch ausfällt: Der Beiratstag in Mannheim war produktiv, harmonisch und in jedem Sinne Früchte tragend!

Ich selbst verlasse das noch längst nicht zum Stillstand kommende C-HUB mit der Verzückung, heute einem Zirkel idealistischer Erwachsener begegnet zu sein.

 

Hier findest Du weitere Infos zum teamGLOBAL-Beirat.

Reader „Gender & Identität“

Folgender Reader ist im Rahmen der Vorbereitung auf den Ausbildungsworkshops zum Thema Gender & Identität entstanden, der im Dezember 2016 stattfinden wird. Er dient den Teilnehmer_innen als (visueller) Einstieg in das Thema.

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