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Ausbildungs­workshop „Migration und Integration /Inter­nationale Konflikte“ in Duisburg, 29. – 31. Mai 2015

von Franzi und SophiaWie geht Europa mit wachsenden Flüchtlingsströmen um? Was verbirgt sich hinter komplexen Themen wie dem Asylrecht? Was führt dazu, dass sich Menschen auf die Flucht begeben? Welche Konflikte werden in anderen Ländern ausgetragen? Wie sieht es bei uns eigentlich in den Asylbewerberheimen aus?

Wer einen Blick in die Zeitung wirft oder sich die Nachrichten anhört, wird mit solchen Fragen täglich konfrontiert. Spannende Diskussionspunkte, die Auswirkungen auf unsere jetzige und zukünftige Gesellschaft haben. Und so widmete sich unser Ausbildungsworkshop in Duisburg den vielfältigen Themen „Migration und Integration/ Internationale Konflikte“.Freitag
Nach der Begrüßung aller Teilnehmenden starteten wir direkt ins Programm: Bei Warm-Ups zum Thema Integration und Interkultur ging es darum, sich mit verschiedenen Ritualen zu begrüßen oder zu hinterfragen, welche Vorurteile wir selbst (unbewusst?) hegen. In einer kleinen Show wurden anschließend die neuen T-Shirts und Taschen von teamGLOBAL vorgestellt, inklusive unseres neuen Mottos: „Die Welt ist das, was du daraus machst!“ Nach dem Abendessen ging es mit einem Einstieg ins Thema Migration weiter: Sophia klärte in einem Impulsvortrag grundlegende Begrifflichkeiten und präsentierte Daten und Fakten zu diversen Wanderbewegungen.
Im Anschluss hattendie fünf neuen Teamenden Gelegenheit, sich über das Netzwerk zu informieren und sie konnten ihre Fragen zum teamGLOBAL „loswerden“. Am Abend hatten die Workshopteilnehmenden dann die Qual der Wahl sich zwischen vier Mini-Workshops zu entscheiden: Simon entführte die Gruppe in die Welt des Improvisationstheaters, bei Dominik konnte man seine Kenntnisse in Erster Hilfe auffrischen, Franziska bot einen Sprachkurs „Chinesisch für Anfänger“ an und in Ninas Workshop wurde gebastelt.
Der weitere Abend stand dann unter dem Motto: global denken, lokal essen und trinken! Jeder Teamer hatte eine kulinarische Kleinigkeit aus seiner (Wahl-)Heimat mitgebracht. Und so erfreute sich die Gruppe während spannender Gespräche an Pelmeni mit Schmand, Spundekäs mit Brezeln, Fruchtgummi aus Bonn, Franzbrötchen aus Hamburg und an zahlreichen weiteren Köstlichkeiten.

Samstag
Nach dem Frühstück begann der Samstag mit Energizern, die dafür sorgten, dass das ganze Team wach und munter wurde. Maria begann das Programm mit einer Lesereise zum Thema „Flucht und Asyl“. Nach diesem Einstieg setzten wir uns inhaltlich mit verschiedenen Fragestellungen auseinander, zum Beispiel: Wie haben sich die Flüchtlingszahlen in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten verändert und warum? Könnte/ kann es auch in Europa passieren, dass Bootsflüchtlinge nach ihrer Ankunft wieder zurück auf’s Meer geschickt werden? Aha-Momente und erste Diskussionen waren garantiert.
Danach bekam das teamGLOBAL Besuch vom ersten Referenten: Niklas Faralisch ist Produzent von „Asyland“, einem Film gedreht aus der Sicht von Asylbewerbernnen und Asylbewerbern in Deutschland, der im August 2015 in Köln Premiere haben soll. Er berichtete von diesem Projekt, welches ursprünglich als kleine Produktion für Youtube geplant war, sich durch das große Interesse an diesem Thema immer weiter bis auf seine heutige Dimension als Kinofilm entwickelte. Die Gruppe erhielt anhand von Fotos und Trailern Einblick in das Projekt. Anschließend blieb noch etwas Zeit für eine Fragerunde an den Produzenten.
Auch beim nächsten Programmpunkt ging es um den Themenbereich Flucht und Asyl: In einer Simulation sollten die Teamenden versuchen, als „Flüchtlinge“ mit einer eigenen Biografie verschiedene „Stationen“ einer Flucht nachzuempfinden, zum Beispiel in der Botschaft, am Flughafen oder im Kontakt mit Fluchthelfern. Obwohl ein derartiges Planspiel natürlich nicht annähernd die wirklichen Lebensumstände der Flüchtenden darstellen kann, war es für die Gruppe doch interessant, sich dem Thema auf diese Weise zu nähern: Wie kann ich „legal“ flüchten? Was mache ich, wenn ich keinen gültigen Ausweis habe? Wer hilft mir, wenn ich nicht weiterkomme? Solche Fragen und Probleme wurden durch die Methode greifbar.
Im Anschluss durfte das Team einen weiteren Dokumentarfilmer begrüßen: Der Krisenjournalist Konstantin Flemig gab uns nähere Einblicke in die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS). Wie ist diese Gruppe organisiert? Wie konnte sie sich überhaupt gründen? Welcher Ideologie folgt sie? Dem spannenden Vortrag folgten viele Fragen zur komplexen Situation im Nahen Osten sowieso zur Arbeit Konstantin Flemigs. Leider musste er viel zu früh abreisen!
Nach der wohlverdienten Tee- und Kaffeepause ließ Simon die Teilnehmenden mit Hilfe der Mapping-Methode Migrationsrouten nach Europa herausfinden und in eine Karte einzeichnen. Welche Routen sind geläufig, auf welchen Wegen kommen die meisten Menschen nach Europa? Mit Simons Methode wurde der informative Teil abgeschlossen und die Teilnehmenden konnten in die Netzwerk-Arbeit gehen. Bis zum Abendessen arbeiteten die verschiedenen Arbeitsgruppen (AGs) an Plänen für neue Methoden, für die Gestaltung der Ausbildungsworkshops und neue Aktionen.
Den Abend konnte die Gruppe frei gestalten – viele nutzten die Zeit, um Duisburg zu erkunden oder um gemütlich zusammenzusitzen und sich auszutauschen.

Sonntag
Der Sonntag stand ganz im Zeichen der Netzwerk-Arbeit: Nachdem die AGs die Ergebnisse aus ihrer Arbeit vom Vortag präsentiert hatten, berichtete Paul über Neuigkeiten aus dem Netzwerk und kommende Schritte von teamGLOBAL. Nach einem letzten Mittagessen traten wir alle, die Koffer voll mit neuem Wissen und neuen Bekanntschaften, die Heimreise an.