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Ausbildungs­workshop „Globali­sierung essen“ am Donners­kopf, 30.10. – 2.11.2014

Von Miriam, Juliane und NamDuy

Freitag

Nach einer langen, teils abenteuerlichen Anreise im dichten Nebel von Bodenrod am gestrigen Abend haben wir es alle geschafft am Donnerskopf wohl und unversehrt anzukommen.

Bereits früh am Morgen fand sich ein Frühstücksteam zusammen, welches sich zu jeder Mahlzeit neu formierte um unserer Chefköchin Laura tatkräftig unter die Arme zu greifen.

Voller Vorfreude auf den Freitag und den gesamten Ausbildungsworkshop begann der Tag mit einem  Kennlernspiel, bei welchem das Motto auch gleich zum Programm wurde. Nach dem Frühstück war dann also vor dem Essensbingo, wo wir die Möglichkeit erhielten mit noch unbekannte Gesichter/ tGlern ins Gespräch zu kommen und ihnen hinsichtlich des Themas “Globalisierung Essen“ bunte Fragen zu stellen.

Oder was ist mit dir? Hast du denn heute schon ein Fairtradeprodukt konsumiert?

Um tiefere Einblicke in unser Thema an diesem Wochenende zu erhalten gaben uns Roberta und Duc Input zur Thematik “Globalisierung essen“ mit einer anschließenden Lesereise bei welche interessanten, aber auch kritischen Fakten präsentiert wurden. Die Lesereise hat viele tGler zum Nachdenken angeregt und uns nochmals vor Augen geführt, dass unser Essen und Trinken in der globalisierten Welt auch viele Probleme und Kontroverse mit sich bringt. Dabei sollten wir nicht nur das Essverhalten, sondern auch die Produktion unserer Nahrungsmittel und der Vereinbarkeit dieser mit unserer Umwelt hinterfragen. Um wieder ein wenig mehr Schwung in die Runde zu bringen präsentierte uns anschließend Duc ein Spiel, bei welchen ähnlich wie beim Essensbingo Bewegung gefragt war. Dabei stellte er uns eine weiterentwickelte Methode des 1, 2 oder 3 – Spiels vor, bei dem wir unser Wissen auf eine lustige Art und Weise testen konnten. Diese Methode hat sich sichtlich bewährt und wird somit garantiert bei den nächsten tG-Workshops zu diesem Thema an Schulen eingesetzt werden!

Bei all dem Spaß sehnten sich nun einige bereits nach dem Mittagessen, da durch die körperlichen Aktivitäten beim Essensbingo und beim 1,2 oder 3 langsam aber sicher die meisten hungrig wurden. Doch kurz vor dem Mittagessen präsentierten Jan und Andi noch ihr Geldspiel, bei welchem jeder tGler einen Umschlag erhielt, mit der tG eigenen Währung, den Dukaten. Dabei war die Verteilung der Dukaten von dem Land abhängig, das man zugelost bekommen hat. Bei diesem Spiel gab es nur eine Regel und diese lautet: Alles ist erlaubt mit der Ausnahme, dass der Handel von Dukaten mit Italien verboten ist, da dieses Land und sein Vertreter kriminelle Züge angenommen haben. Das Spiel welches sich über das gesamte Wochenende zog war ein dauerpräsentes Thema bei allen tGlern, doch dazu in den kommenden Blogeinträgen mehr…

Nach dem Essen stellten Dominic und Roberta uns das Planspiel “’Alles auf Zucker, oder was“ vor. Bei diesem erhielten wir Einblicke in verschiedenste Perspektiven des globalen Handels von Gütern wie Zucker und stellten fest, dass beispielsweise lokale Regelungen und Beschlüsse in der Europäischen Union globale Auswirkungen auf den Markt in Afrika oder Asien besitzen.

Später noch erhielt die tG-Familie am Samstagnachmittag Besuch von einem Vertreter der GLS Bank. Josef Schnitzbauer stellte uns dabei das Konzept der sozial-ökologischen Universalbank vor, die darauf abzielt nachhaltige, individuelle und gesellschaftliche Entwicklung zu fördern.

Es schien, als hätte die Bank das Interesse vieler tGler geweckt, denn die vielen Fragen ebenso teilweise die Begeisterung für das Projekt mit dem nachhaltigen Konzept hat gezeigt, dass die Einladung dieses Referenten eine tolle Entscheidung der Organisatoren war.

Der Tag schritt voran und man merkte auch zunehmend, dass der Freitag trotz all des Spaßes  vollgepackt war. Doch für uns tGler kein Problem! Noch einmal fanden wir uns für unseren letzten Programmpunkt für diesen Tag zusammen und diskutierten fleißig in Arbeitsgruppen über die weitere Arbeit und über die Zukunft von teamGlobal. Die Arbeitsgruppen (helft mir bitte, wie hießen sie alle nochmal? AG Öffentlichkeitsarbeit, AG Workshops, AG …)

diskutierten die weitere Vorgehensweise im Netzwerk. Neue Teamer konnten erfahrene Teamer Fragen rund um das Netzwerk stellen und die AG Öffentlichkeitsarbeit befasste sich mit unserer neuen Homepage. Nach dem Abendessen war dann aber wieder Zeit für ein ausgelassenes Netzwerkeln unter den Teamern. Einige tGler schauten auch bei den Globies vorbei um mit diesen den Film Free (ich bin so vergesslich, Dunya, wie hieß der Film nochmal ? Irgendwass mit free the world oder so.. danke!) zu schauen mit anschließender Diskussion.

Der Abend zog sich noch ein Weilchen hin, doch der nächste Tag stand bald schon wieder an.

 

Samstag

Der Ausbildungsworkshop in Donnerskopf war für uns in vielerlei Hinsicht eine Premiere: das erste Mal selbst für uns kochen, das erste Mal wurde er von denk global! Organisiert – und zum allerersten Mal hatten wir die Chance, ein anderes Netzwerk, das im Globalen Lernen aktiv ist, kennenzulernen! Da einige von uns schon Freitagabend mit den Netzwerken begonnen hatten, begann der Samstag mit vielen müden Gesichtern. Doch schon in unserer ersten Einheit wurden wir alle wieder wachgeschüttelt, denn einige GLOBIES (so nennen sich die Workshopteilnehmenden bei GLOBE) stellten uns zwei ihrer Energizer vor. Dann stellten sich die Netzwerke gegenseitig kurz vor und schon konnten die ersten Workshops beginnen. Sowohl teamGlobalerInnen als auch GLOBIES hielten für ihr Netzwerk typische Workshops ab, die von gemischten Gruppen aus Menschen von teamGLOBAL und GLOBE besucht wurden.

So konnten wir die Arbeitsweise und Methoden des jeweils anderen Netzwerks kennenlernen. Für uns besonders interessant dabei war, dass GLOBE vor allem an Berufsschulen unterwegs ist. Die Methoden waren dementsprechend auf BerufsschülerInnen zugeschnitten – eine Zielgruppe, mit der wir es bei teamGLOBALERInnen nicht oft zu tun bekommen. Der Austausch mit den GLOBIES hat uns sehr geholfen, unsere Methodenkiste zu erweitern und besser auf vielfältige Zielgruppen zuzuschneiden. Außerdem konnten wir uns alle mit Kritik von außen aus einem neuen Blickwinkel sehen und auch persönlich für die nächsten Workshops viel mitnehmen.

Nach dieser ersten, gemeinsamen Workshopphase wurde auch das Mittagessen von einer teamGLOBAL-GLOBE-Kooperations-Kochgruppe zubereitet und gemeinsam verspeist.

Nach dem Essen ging es für teamGLOBAL erst in einer kleinen Runde weiter. Da im Sommer 2014 die bpb ihre Trägerschaft an den (Alumni-)Verein denk!global abgegeben hatte, mussten wir TeamerInnen auch alle auf den neuesten Stand gebracht werden. Wichtige Fragen wie: „Wo geht es hin, was ändert sich jetzt bei teamGLOBAL, oder wie wollen wir mit dem großen Andrang an neuen Mitgliedern in Zeiten schwindender Finanzierung umgehen?“ Wurden besprochen und es gab Zeit dringende Fragen zu besprechen.

Anschließend ging es aber auch schon wieder weiter mit dem zweiten Teil des Netzwerkfestivals, bei dem es weitere Workshops von beiden Netzwerken gab, sodass auch die, die im ersten Teil selbst einen Workshop angeleitet hatten, sich diesmal einen Workshop des anderen Netzwerkes ansehen konnten.

Nach dem gemeinsamen und  – wie das ganze Wochenende schon – natürlich nur veganen Abendessen, gab es noch eine Auswertungs- und Reflektionsrunde in Form eines World-Cafés. Dabei wurden uns nochmal wesentliche Gemeinsamkeiten, aber auch Reibungspunkte zwischen den beiden Netzwerken bewusst. Wer wollte, konnte sich noch in freien Diskussionen mit den im World-Café aufgetauchten Fragestellungen auseinandersetzen, andere setzten das fröhliche Netzwerken vom Vorabend fort und vielen, langen Gesprächen.

 

Sonntag

Zum Abschluss widmeten wir uns noch dem Thema Virtuelles Wasser, welches Florian vorbereitete. Nach organisatorischen Diskussionen räumten wir gemeinsam auf und begaben uns Richtung Heimat.